Political Catch Phrases

Die meisten Leute wollen mit ihrer Leistung in die Geschichte eingehen, jedoch schaffen sie es meistens nur sich mit einer schlechten Catch Phrase im kollektiven Gedächtnis fest zu setzen.

  1. I am not a Crook – Richard Nixon
  2. I never inhaled – Bill Clinton
  3. I am not a trojan – Stephen Elop
  4. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten – Walter Ulbricht
  5. Die Rente ist sicher – Norbert Blüm
  6. Read my lips: no new taxes – George H. W. Bush
  7. Alternativlos  – Angela Merkel

Fällt jemandem noch eine ein? Wenn ja, einfach in den Comments posten. Eine schöne Liste hat wie immer wikipedia.

 

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Von Netzkriegen und Netzkriegern

Nachdem die Welt den Krieg gegen den Terror, den Krieg gegen die Drogen, den Krieg gegen die Armut usw. zwar ausgerufen, jedoch nie “gewonnen” hat, wird ein neuer großer Krieg ausgerufen.

Diesmal ist es General Elop (Motto:”I am not a trojan”) , seines Zeichens CEO bei Microsoft Nokia, der seine durch ihn selbst dezimierten Truppen in den großen Krieg der Netzwerke und Ökosysteme ziehen lässt.

Es scheint, als hätten die Hersteller das ökonomische Konzept der Netzeffekte für sich entdeckt. Je größer das Netz, umso mehr Nutzen für die Verbraucher … umso mehr Gewinne für den “Netzbesitzer”.  Dabei existieren direkte und indirekte Netzeffekte. Bei den direkten Netzeffekten wirkt die direkte (physische) Größe des Netzwerkes direkt auf Nutzen des einzelnen. Wenn es nur ein Telefon auf der Welt gibt, ist der Nutzen gleich Null, da niemand angerufen werden kann. Der Nutzen steigt mit der Größe des Netzwerkes.

Indirekte Netzeffekte liegen dann vor, wenn sie nicht unmittelbar auf die Beziehung der Netzteilnehmer einwirken, also beispielsweise Lerneffekte oder komplementäre Produkte (z. B. Software) für ein Netzwerk vorhanden sind. Bei einem großen Netz gewinnen Kunden zwar an Nutzen, doch werden sie über das Vendor Lock-In auch eingeschlossen. Sie können nicht ohne Wechselkosten oder Nutzenverluste aus dem Netzwerk aussteigen. Für die Volkswirtschaft ist das natürlich wohlfahrtsschädigend.

Genau diese Effekte möchten die großen Mobilfunkanbieter nutzen, um Kunden an sich zu binden. Das ist verständlich, doch zeigt es auch, dass die Anbieter nicht aus der Geschichte gelernt haben, nicht einmal aus ihrer eigenen.

Die großen Netzkriege in der Geschichte waren z. B. VHS vs. Betamax oder Bluray vs. HD DVD. In der Gegenwart gibt es natürlich auch Kriege bei sozialen Netzwerken wie Facebook, Studivz etc. Dabei hat Studivz  schon vor einiger Zeit verloren. In der Frühzeit des Internet gab es AOL, Compuserve, T-Online und noch viele andere. Dann erlebte das echte Internet den kommerziellen Durchbruch, und alle kleinen Netze waren von heute auf morgen obsolet. Die ehemaligen Netzbetreiber waren plötzlich nur noch ISPs. Sogar der Netzkrieg BluRay vs. HD DVD war im Prinzip belanglos, da physische Medien an Bedeutung verlieren und der physische Player in Zeiten von Streaming sowieso nur verstaubt.

In der mobilen Welt erlebt man gerade das Gleiche. Jeder möchte sein Ökosystem/Netzwerk haben. Apple mit iOS, Google mit Android und jetzt eben Nokia mit Windows Phone 7.

Jeder möchte die Nutzer auf die gleiche Weise an sein Netz binden. Über “Apps”. Apps sind im Prinzip kleine nutzlose Applikationen die einen Haufen Geld kosten. Warum nutzlos? Weil sie meistens nur existierende Webangebote kapseln, um sie auf kleinen Displays benutzbar zu machen. Natürlich gibt es auch richtig gute Anwendungen wie z. B. Spiele, Navigationsanwendungen oder Sportapps + Pulsmessgeräte oder einen anständigen Voip Client. Der Große Rest besteht aber oft aus gekapselten Webangeboten. Warum brauche ich ein App um auf CNN oder Facebook zuzugreifen? Wie wäre es stattdessen mit einem richtigen Browser? Oder einer angepassten Mobile GUI seitens der Webseite?

Ja, sogar die richtigen Applikationen werden obsolet. Google selbst bietet alle Services, für die man früher ein Programm brauchte, im Netz an. Von Email über Navigation bis hin zur Officesuite.

Unter der Prämisse, dass die verfügbaren Bandbreiten und die Leistungsfähigkeit der Geräte steigen, werden  viele heutige Apps zwangsläufig durch das “echte offene Internet” ersetzt. Was bleibt, sind “echte” Applikationen, die auf dem Gerät (technisch gesehen) installiert sein müssen, um Funktionalität bereitzustellen. Wie z. B. ein richtiger (open-)VPN Client oder die Möglichkeit, adhoc wlan mesh Netze aufzubauen, oder ähnliches. Das Smartphone der Zukunft ist mehr ein mobiler Computer als ein Telefon.

Wem steht nun also am meisten diese echten Programme zur Verfügung? Im Prinzip keinem der aktuellen Player. Warum? Weil alle auf ihre Apps fixiert sind.

Meego hat dafür die besten Aussichten. Meego ist im Prinzip eine offene Linuxdistribution. Im Prinzip könnten alle Programme, die für Linux (bzw. der entsprechenden CPU Architektur) verfügbar sind, sofort auf dem Smartphone laufen. Möglicherweise ist eine neue oder andere GUI erforderlich. Dies dürfte jedoch kein großes Problem darstellen, da GUI und Programmlogik sehr oft getrennt voneinander sind.

Also bietet ein offenes System im Prinzip die größtmöglichen Netzeffekte. Es räumt sozusagen den Markt, da nun, wie im Fall AOL oder Compuserve, durch das allgemeine offene Netz die geschlossenen kleinen Netze mit ihren Apps und einschränkenden Cloudservices obsolet werden. Auch stellt sich die Frage, warum Entwickler überhaupt ein “App” schreiben sollen. Es erscheint ökonomisch sinnvoller, sofort ein allgemeines mobile Webapplikation zu entwickeln, statt auf relativ kleine Sonderlösungen für jedes einzelne Netz zu setzen.

Sollten die Nutzer das erkennen, kann sich daraus ein negativer Bandwagoneffekt ergeben. Je mehr Nutzer das große offene Netz nutzen möchten, umso schneller beschleunigt sich der Niedergang der kleinen Netze. Die Ökosysteme verkommen zum reinen Programmstarter für den Browser. Genau dieses Konzept hat Google groß gemacht, jedoch scheinen sie sich nicht daran erinnern zu können.

Insofern kann es nur einen Sieger im Netzkrieg im Mobilbereich geben: das Internet.

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Nokia oder Der Kunde als Feind zwischen Produkt und Profit

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“
Max Weber , Wirtschaft und Gesellschaft

Im besonderen Maße trifft dieser Satz auf Manager zu. Oftmals ist nicht zu ergründen, ob eine Entscheidung aus persönlichen Gründen oder tatsächlich zum Wohl des Unternehmens getroffen wird. Insofern ist auch die Kapitalismuskritik der letzten Jahre verständlich. Ob bei Karstadt oder Nokia, Entscheidungen werden gefällt, die die Stakeholder so nicht nachvollziehen können. Aus dieser Disparität entwickelt sich für die Stakeholder, zu denen natürlich auch die Kunden und Mitarbeiter gehören, ein Gefühl der Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit.
Kunden geben, sofern das Produkt gut ist, gerne Geld aus und identifizieren sich mit der Firma hinter dem Produkt. Besonders bei Apple wird das deutlich. Apple hat keine Kunden, sondern Fans. In der Theorie wird seit Jahren die verlängerte Wertkette (Porter et. al) diskutiert und propagiert. In den technologiebasierten Branchen wird der Kunde immer mehr in diese Wertkette eingebunden, nicht nur als verlängerte Werkbank wie bei IKEA, sondern auch als verlängerte Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Bei vielen privaten oder universitären Projekten entstehen Produkte, die u. a. auf bestehender Technologie basieren und diese aufwerten, um so neue eigenständige Produkte zu generieren.
Insofern wäre es für Unternehmen nahe liegend, die sowieso auf „the next big thing“ ™ warten, die Wertkette komplett an den Kunden auszulagern und ihn sozusagen in alle Teile einzubinden – von der FuE über die Produktion bis hin zum Marketing oder sogar zur strategischen Planung.

Dies passiert aber nicht. Die großen Konzerne behandeln den Kunden sowieso nicht als König und noch weniger als Stakeholder des Unternehmens. Jede kreative Auseinandersetzung mit den Produkten eine Firma , wie z. B. denen von Sony, wird sofort mit der firmeninternen Rechtsabteilung bedroht. Der Kunde ist nicht nur nicht König, er ist quasi der Feind, der zwischen Produkt und Profit steht.
Im Zuge der Einführung der Kinect entging Microsoft, nach anfänglichem Zögern und Drohungen der Rechtsabteilung, diesem Dilemma und unterstützte die kreativen Entwickler bzw. Kunden.

Anders Nokia. Von einer auf freier Software basierenden und stringenten Softwarestrategie wechselte Nokia auf das relativ unbeliebte und unfreie Windows Phone 7 mit all seinen – wirklich erschreckenden – Einschränkungen.

Auf Twitter, in der Blogosphäre und auf den eigenen Nokia-Seiten wurde diese Entscheidung mit der zu erwartenden Häme kommentiert. Der Aktienkurs brach auf den niedrigsten Stand seit Jahren ein.

Das Einzige, was Nokia dem entgegenzusetzen hatte, war – PR. Wie in einem schlechten Propagandafilm wurde versucht, aus diesem PR-Alptraum Gold zu machen.

Das Internet reagierte wie es (fast) immer reagiert: mit einem Hoax, einem anonymen Aufruf zur Rebellion gegen den Nokia-Chef, gedeckt durch das Aktienrecht. Sicherlich war dieser Aufruf nur ein makabrer Scherz, doch kann man darin schon fast die Verlängerung der Wertkette in das strategische Management hinein erblicken.

Damit wäre der Kunde, als CEO, wirklich König!

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Lohengrin tritt zurück

Jetzt ist er wieder weg, der Lohengrin. Schade, er war so telegen. Und reden konnte er; aus Scheiße machte er Gold. Großartig. Hoffentlich lässt er sich mal wieder blicken. Uns Deutsche hat er ja besonders gern. Bei uns geht er quasi ein und aus. Nachdem er 1945 gegangen war, kehrte er vor rund zwei Jahren wieder. Er wird nicht älter.

Diesmal stieg er hinab in die Niederungen der Bundespolitik, und zwar für uns, die deutsche Bevölkerung, seine Elsa. Oh, wie liebten wir ihn dafür. Höchste Beliebtheitswerte und so. Wie gerne hätten wir uns von ihm vor den Traualtar der Bundestagswahl führen lassen und ihn dort zum Kanzler genommen. War er telegen oder nicht? Doch dann passierte es. Wir hatten ganz vergessen, dass er uns darum gebeten hatte, ihn niemals – unter keinen Umständen – zu fragen, wie er an seinen Doktortitel gelangt war. Vielleicht hatten wir es auch überhört; Telegenität hat ihre Nachteile. Und dann rutschte es uns raus: „Sag mal, da ist so ein Professor aus Bremen…“

Heute um 11.15 Uhr zog der Selbstverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Konsequenz aus den – nicht ganz unbegründeten – Plagiatsvorwürfen und trat zurück. Die Kulisse der Pressekonferenz bildete eine Treppe. Als er seine – von Wagner geklaute – Schlussarie beendet hatte, schwebte er sie hinauf und verschwand im Licht der eigenen Legende. Wir waren seiner nicht würdig. Man konnte jemanden im Publikum sagen hören: „Er kann es nicht lassen, die Treppe hinauf zu eilen.“ Was er damit wohl meinte? Der Vorhang fiel ganz langsam.

Und wenn er wieder hochgeht, wird Elsa bereits warten.

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„Überrascht hat uns auch, wie gut das Ding im Ganzen funktioniert“. SEMSIX über sich selbst

Die Party geht gleich los, schnell möchte man noch ein paar Songs herunterladen. Bevor man dies tut, sollte man lieber gleich die alten Bravo-Hits hervorholen. Denn schnell, nein, schnell geht das nicht. Zumindest war das früher so, als Bravo-Hits noch eine Chance hatten. Vor kurzem aber haben Martin Jakobus und Ingo Schock, Studenten der Medieninformatik an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart, eine neue Software entwickelt und damit einen wahren Hit gelandet. Mit SEMSIX ist es kein Problem mehr, Songs und Musikclips im Internet zu finden. Ein Klick genügt, um das Popuniversum zu ordnen, ein weiterer, um ein ganzes Album auf die Playlist zu ziehen. Adversation.de hat die beiden Erfinder in ihrer WG besucht und sich mit ihnen über SEMSIX unterhalten.

ADVERSATION: Wie seid ihr eigentlich darauf gekommen, eine Musikmaschine zu entwerfen?

JAKOBUS: Also die Grundidee war meine. Wir haben viele Kumpels, die gern Musik hören und auch weiterempfehlen. Meistens lief das früher so ab, dass einem der Name von einer Band geschickt wurde, von der man dann, vielleicht noch unter Anleitung von Wikipedia, Videos auf You Tube gesucht hat. Das hat immer ewig gedauert. Für das Suchen hat man letztlich mehr Zeit gebraucht als für das Hören der Musik. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob das nicht auch einfacher ginge. Die Lieder und Musikvideos waren ja schon im Internet. Sie mussten nur noch verbunden werden. Da bin ich zu Ingo gegangen und hab ihn gefragt: Wie sieht’s aus, sollen wir da nicht was machen?

SCHOCK: Am Anfang ging es nur um die Frage, ob das überhaupt möglich war. Du kennst dich doch aus in solchen Dingen, Ingo. Geht das? Ich so: Klar, kein Problem. Machen wir. Zufällig fing die Woche drauf das Semester an. Da beschlossen wir, ein Softwareprojekt draus zu machen und gingen mit der Idee zum Prof. Der meinte nur: Hört sich gut an. Macht mal. Wir machten also, und bald wurde es das offizielle HdM-Projekt.

ADVERSATION: Hat es im Arbeitsprozess irgend etwas Unvorhergesehenes, eine Überraschung oder ein Problem gegeben?

SCHOCK: Huh! Also bei der Entwicklung von Software kommt man immer an einen Punkt, wo man sich sagt, ja, so müsste es gehen, und dann gibt es doch irgendwelche Restriktionen, von irgendwelchen Servern, auf die man keinen Zugriff hat, von irgendwelchen Applikationen usw. Technische Probleme gab es schon, aber die ließen sich alle lösen.

JAKOBUS: Ich würde sagen, die größte Überraschung war es, zu sehen, was man im Internet alles finden kann. Gerade auf YouTube gibt es unglaublich viele Lieder. Überrascht hat uns auch, wie gut das Ding im Ganzen funktioniert.

ADVERSATION: Benutzt ihr dieses „Ding“ selber?

BEIDE: Na klar!

ADVERSATION: Was war der erste Videoclip, den ihr auf SEMSIX geschaut habt?

JAKOBUS: (Lacht) “Fuel” von Metallica.

SCHOCK: “Fuel”, genau. Warum auch immer.

JAKOBUS: Von Metallica gibt es sehr viel, weshalb sich ihre Lieder für die Tests eigneten. Sonst höre ich sie nicht so oft.

ADVERSATION: Bei SEMSIX ist das Emblem von YouTube abgebildet. Weiß YouTube auch von eurem Projekt?

JAKOBUS: Ja, wir hatten mit denen sogar schon Kontakt wegen ein paar technischen Problemen. YouTube gehört ja zu Google, das eine recht offene Internetstrategie verfolgt. Bei allen Services von Google gibt es sogenannte APIs, also Schnittstellen, die es offen legt und auf die man zugreifen kann.

SCHOCK: Dabei muss immer klar sein, wo was herkommt. Wenn man zum Beispiel ein You-Tube-Video abspielt, muss jeder sehen können, dass es aus YouTube stammt.

ADVERSATION: Warum sollte man dennoch SEMSIX statt YouTube benutzen?

SCHOCK: Weil es viel übersichtlicher ist.

JAKOBUS: Und einfacher. Es reicht, den Namen eines Künstlers einzugeben, um sofort alle seine Alben aufgelistet zu bekommen. Man hat alles auf einen Blick. Mit einem Klick kann man ein komplettes Album in die Playlist ziehen und es sich anhören. Bei YouTube hingegen müsste man hergehen und erst das eine Lied suchen, dann das nächste, dann das übernächste. So ginge viel mehr Zeit drauf.

ADVERSATION: Wen seht ihr als eure Konkurrenz?

JAKOBUS: Oh, mittlerweile gibt’s da einige. Anfangs waren wir wirklich die einzigen, die Musikvideos mit Musikdatenbanken verknüpft haben. Jetzt gibt es aber noch TubeRadio, Tube Fly, You Tube Disco.

ADVERSATION: Vielleicht haben TubeRadio, Tube Fly und You Tube Disco Agenten ausgesandt, die euer Projekt in Verruf bringen sollen…

JAKOBUS: Aha…?

ADVERSATION: Jedenfalls kann man hören, dass es sich bei SEMSIX nicht um einen Crawl-Index, sondern um eine Webapplikation handelt. Es wird also infrage gestellt, dass eure Musiksuchmaschine eine Musiksuchmaschine ist. Was sagt ihr zu diesem schweren Vorwurf?

JAKOBUS: (Lacht) Ich merk schon, du hast dich gut informiert. Ja, das stimmt. Wir haben keinen eigenen Crawler und keinen Index. Aber…

SCHOCK: Aber von einer Musiksuchmaschine haben wir selber auch nie gesprochen. Wir nannten das Projekt immer Online Musicplayer. Das mit der Suchmaschine haben erst die Medien transportiert.

JAKOBUS: Dazu muss man sagen, dass sich viele Leute nur so erst etwas unter SEMSIX vorstellen konnten. Aber es stimmt, eine Suchmaschine im klassischen Sinn ist es nicht. Die eigentliche Leistung von SEMSIX ist die Videoerkennung und Zuordnung, die übersichtliche Darstellung.

ADVERSATION: Habt ihr vor, euch mit SEMSIX selbständig zu machen?

JAKOBUS: Wir haben es uns mal überlegt und sahen uns der Wahl gegenübergestellt: Selbständigkeit oder Studium. Beides nebeneinander wäre doch ziemlich schwer geworden. Also haben wir uns fürs Studium entschieden.

ADVERSATION: Sicher steht hinter SEMSIX auch ein Business-Konzept. Worauf habt ihr bei seiner Ausarbeitung besonders wert gelegt?

JAKOBUS: Für uns war es schon wichtig, dass der Musikdienst kostenlos ist und auch ohne Anmeldung funktioniert. Viele Business-Modelle fielen deshalb automatisch weg. Beim aktuellen Konzept handelt es sich hauptsächlich um Marketing. Auf SEMSIX kann man ja Lieder kaufen. Läuft über Amazon, springt auch ‘ne Kleinigkeit bei raus. Weitere Business-Modelle haben wir bisher aber keine.

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